„Zen oder die Kunst, einen Höllenhund zu zähmen“: Das neue Buch von Tierarzt Bela Wolf ist demnächst erhältlich!

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Ich darf Ihnen heute mit großer Freude  mein Ende Mai im Buchhandel erscheinendes Buch vorstellen.

Was steht in diesem Buch?

Nennen wir es vielleicht einen Ratgeber dafür, wie Sie Ratgeber am besten vermeiden. Es ist ein Buch gegen Flüstertipps, ausschließlich geschrieben für Hundeliebhaber mit Herz und Empathie.

Das Buch soll ein wenig Erleuchtung bringen in den tristen Alltag der unzähligen fanatischen Hundegruppenanhänger, der dubiosen Erziehungstipps, der blinden Fanatiker und der Menschen, die sogenannte „schwierige“ oder nicht allltagstaugliche Hunde zum Freund haben.

Es soll zum Entschleunigen anspornen, zum Nachdenken anregen und auch zum Bessermachen. Es soll Hunden genau wie ihren Menschen helfen, glücklich zu sein und die aktuelle Lebenssituation zu akzeptieren, ganz egal wie problematisch sie auch im Moment erscheinen mag.

Es soll helfen, an das Gute im Hund zu glauben, auf seine Liebe und Klugheit zu vertrauen sowie Hundehaltung auf das menschliche Bauchgefühl und auf Intuition aufzubauen, nicht auf Training und Befehle.

Was steht nicht in diesem Buch?

Sie finden darin keine Abrichtemethoden, keine dubiosen Heilertipps und auch keine Ratschläge zum Erlernen von Kommandos. Es ist ganz sicher kein Buch für Anhänger brutaler Erziehungsmethoden.

Es ist die wahre Geschichte von einem schwierigen Hund, der zum richtigen Zeitpunkt beim falschen Menschen landete. Um diesen Menschen zum richtigen zu machen, sein Leben nachhaltig zu erschweren, unendlich zu erleichtern, völlig umzukrempeln und letztendlich zum Guten zu wenden.

Wobei auch augenzwinkernd die Sternzeichen mit eine Rolle spielten…
Aber lesen Sie in Kürze selbst, wenn Sie mögen!

Bis bald, herzlichst

Bela Wolf

Tierarzt, Journalist und Autor

 

 

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Der Wasseranimateur

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Vielleicht denken Sie nun, mein Hund planscht gerne im Wasser herum oder ist einer, der jede Schwimmgelegenheit nutzt und sei es auch nur eine kurze erfrischende Schlammpackung in einer möglichst tiefen Pfütze.

Weit gefehlt.

Der Hund hasst Wasser, sobald es vom Himmel fällt und auch, wenn es aus dem Gartenschlauch kommt, ist er eine Wolke, die sich schleunigst in Sicherheit bringt. Ins Trockene, sofort! Wasser ist nicht sein Element und ehrlich, meins ist es auch nicht.

Seit aber vorige Woche bei dem Höllenhund Gries in der Harnblase festgestellt wurde in Form widerlicher unbeeinflussbarer Calciumoxalatkristalle, brennt der Hut.

Was brennt muss gelöscht werden.

Mein Hund gehört zum Glück zu der Sorte der Vieltrinker. Was einen enormen Vorteil bedeutet im Fall dieser Diagnose. Denn aus Kristallen wird Gries, aus Gries werden Steine und aus Steinen ein Notfall, der flugs eine Operation benötigt, weil wenn so ein Stein die harnableitenden Wege verstopft ist der Hund schneller im Jenseits als man schauen kann ob er noch lebt.

Das will natürlich keiner.

Um das abzuwenden muss ab sofort auf den richtigen Ph-Wert des Hundeharns geachtet werde, er darf daher bestimmt Dinge, die er gerne frisst, nicht mehr essen. Was bei dieser Sorte Hund, die ohnehin schon schlecht frisst, eine riesige Herausforderung darstellt.
Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass der Vierbeiner viel trinkt.

Und nun komme ich ins Spiel. Ich bin der Wasseranimateur. Ich habe dem Hund schon seit dem ersten Tag bei uns angewöhnt, nach jedem Spaziergang, nach jedem Spiel, nach jeder Autofahrt zu trinken. Dies geht hervorragend indem man sofort nach dem Einsteigen ins Auto dem Lieblingstier seine gewohnte Schale voll mit frischem Wasser unter die Nase hält. Leitungswasser, welches man in Plastikflaschen mitführt.

Dann regt man den Hund an und animiert ihn durch Wasserspiele mit einem Finger, der lustig in der Schüssel plantscht, wobei ganz sicher alle Personen im Auto geduscht werden, zu trinken.

Feines Trinki!, sagt man dann und zeigt sich zufrieden, hocherfreut und megastolz auf den herumsauenden sabbernden Vierbeiner.

Mein Hund trinkt unterwegs gerne aus einer hellblauen Keramikschale, immer in zwei Etappen.

Trinken, schauen, nachfüllen, trinken, schauen, spucken.

Dabei steht er auf seiner ausgebauten Rücksitzbank und hält den Kopf ein wenig zwischen die Vordersitzen, denn so kann man auch beim Trinken die Gegend ganz genau im Auge behalten, auch während man trinkt. Könnte doch einer daherkommen, den er dabei übersieht, nur wegen der Wasserschlemperei! Also, Augen aufreissen und saufen!

Nach jedem Keksi, nach jeder Buttersemmel wird der Hund zum Trinken animiert. Sein Joghurt wird auch stark verwässert, was ihn nicht stört, solange es nach Joghurt schmeckt.

So geht das! Man hält sich als tierischer Patient einen hauseigenen Wassercoach, der einen zum Vieltrinken in allen möglichen und unmögliche Lagen auffordert. Klappt ganz gut, denn die Nierenwerte vom Höllenhund freuen sich darüber. Und wir haben auch immer feuchte Luft im Auto, was die Gesichtshaut der Dame des Hauses erfrischt und hydriert, während ihr im Winter oft die Gesichtszüge kurzfristig entgleisen, weil das Wasser vom Hundi spontan an der Autoscheibe anfriert und Schneeflockenmuster bildet oder herzige Flecken auf der frischen Bluse macht.

Aber wie sagte sie neulich doch so passend zu mir: „Er kann machen was er will, Hauptsache er ist gsund.“.
Recht sie hat!

Herzlichst, Ihr Bela Wolf

Tierarzt, Journalist und Autor