„Tipps vom Hundedoktor- Gesunde und glückliche Hunde müssen nirgends durch!“

Dieses Buch ist ein Muss für alle Hundeliebhaber, zukünftige Hundehalter und Tierfreunde. Der Bestsellerautor und langjährige Leiter einer Tierklinik, Tierarzt Dr. Wolf, klärt fachmännisch und gründlich über die wichtigsten Themen im Umgang mit Hunden auf und stellt Missstände in der Hundehaltung und Tiermedizin kompetent und offen dar.

  • Ist kastrieren wirklich nötig?
  • Wird zu oft geimpft?
  • Ist Trockenfutter, Feuchtfutter oder Barfen besser?
  • Kann man Hunde überfordern?
  • Wie sehen die Vitalwerte des gesunden Hundes aus?
  • Wie bekommt man Ohrenentzündung, Durchfall oder Flöhe in den Griff?
  • Sind Hundeflüsterer und selbsternannte Trainer wirklich gut für Hunde?
  • Ist adoptieren besser als kaufen? Wie sichert man Hunde richtig?
  • Wie kann man Hunde glücklich und gesund machen? Macht Stress krank?
  • Was hilft gegen Grannen?
  • Wieviel Schlaf brauchen Hunde wirklich?

Ob es um praktische Hundeerziehung, Tipps für den Alltag mit dem vierbeinigen besten Freund oder die Wahl des richtigen Tierarztes geht, hier finden Hundemenschen Antworten auf alle wichtigen Fragen der Tiermedizin und Hundehaltung, um Hunde zufrieden und langfristig gesund zu machen. Denn Hunde müssen nirgends durch.

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Wirken gestreifte Salben besser?

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Eines Tages rief mich das Zebra am Handy an und wir plauderten eine Weile über dies und das und einiges Wichtiges mehr. Das Zebra erwähnte den Grund seines Anrufes nicht und ich fragte auch nicht weiter danach, denn oft reagierte es ein bisschen ungehalten wenn man sich unaufgefordert in sein Privatleben mischte. Gerade als ich mich ausführlichst über die neuesten Modelle von Safaristiefeln auslassen wollte, unterbrach es mich und liess mich wissen, dass ich noch nicht nach seinem werten Befinden gefragt hätte. Ich wunderte mich grundsätzlich nie über die Allüren dieses Bras.

Also fragte ich brav nach wie es ihm denn so gehe. „Fragen Sie mich nicht“ seufzte es und ich ahnte schon, es würde wieder eines dieser Gespräche werden, die nicht nur teuer sondern auch langatmig sind und ausserdem zu nichts führen.

„Bin gleich da“ sagte ich deshalb zum C-Bra und fuhr mit dem Land Rover los. Meine Arzttasche nahm ich vorsichtshalber mit, bei dieser Sorte Zebra konnte man nie wissen. Und ich hatte recht: als ich auf seiner Farm ankam, sah ich es schon auf der Veranda liegen.

Ich stutzte. Wieso lag es?

Es hielt noch das Handy in der Hand und ruderte mit den drei anderen Beinen in der Luft. Jetzt machte ich mir wirklich Sorgen; ich lief hin, doch es hörte nicht auf zu rudern.

„Hallo Doc“, rief es mir zu ohne eine Ruderpause zu machen, „wie gehts denn immer so?“

Diese Frage stand doch eigentlich mir zu. Ich war leicht verwirrt. Das Zebra machte eine kurze Pause und ich nutzte diese Gelegenheit um mir Klarheit zu verschaffen.

„Bist du KRANK?“ fragte ich sehr direkt, in Gedanken war ich schon bei Epilepsie, Vergiftung, rasendem Irrsinn und deren Therapie angelangt.

„Wieso sollte ich KRANK sein?“ fragte das Zebra erstaunt, „hab ich am Telefon etwas davon erwähnt?“

Gekränkt sprang es auf und ging in die Küche, ich unauffällig hinten nach. Das Bra trieb mich noch zum Wahnsinn, wenn es sich jedes Wort aus der Nase ziehen liess.

„Ich trainiere für die Rudermeisterschaften“ klärte es mich sehr von oben herab auf, während es Kaffee kochte. „Dazu muss ich jedes Bein extra bewegen, wegen der Streifen, Sie wissen ja“.

Ich hatte keine Ahnung wovon das Bra sprach, aber ich nickte wissend. Und fragte mich in Gedanken ob ich nicht dringend Urlaub von Afrika und all diesen Unsitten brauchte. Ich trank Kaffee mit dem Gestreiften und ass dazu Marmorkuchen (ebenfalls gestreift) und das alles schlug sich mir langsam aufs Gemüt.

Ich musste wohl sehr leidend und wirr dreingeschaut haben, dass es sogar meinem Zebra auffiel.

„Geht es Ihnen nicht gut, Doc?“ fragte es mich besorgt, „und könnte ich dann eventuell noch eine Tube Sportsalbe für meine steifen Muskeln haben? Falls Sie das mithaben? Zufällig?“

Ich riss mich zusammen, kramte in meiner Tasche nach besagter Salbe und fand sie sogar. „Das ist wirklich sehr nett, Doc“, grinste das Zebra, öffnete die Verpackung, drückte einen Hufvoll Salbe aus der Tube und blickte mich dann vorwurfsvoll an.

„Kann ich aber leider nicht anwenden; Sie wissen ja, die Salbe ist weiss; wegen der Streifen“.

Das Mass war voll; ich schnappte die Salbe, griff meine Tasche und schwang mich in meinen Landrover. Noch am selben Abend buchte ich eine Woche Urlaub in Griechenland.

Wie es weitergeht? Das erfahren Sie das nächste Mal!

Herzlichst und mit gestreiften Grüßen,

Ihr Bela Wolf

Midsommar-Voodoo

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Es war im Juni und ich schwitzte wie verrückt; das Wasser rann richtig an meinem Körper herunter, kaum war ich aus der Dusche draussen, war ich schon wieder schweissgebadet. Wir hatten einen heissen afrikanischen Sommer wie schon lange nicht mehr und ich war froh, wenn ich den Nachmittag ohne Zwischenfälle auf meiner schattigen Veranda verbringen konnte, dabei möglichst regungslos auf die Ngongberge blickte und literweise Eistee trank. Gerade wollte ich matt die Augen schliessen um die heissen Stunden im Schlaf zu vergessen und konzentrierte mich ganz auf das gleichmässige Geplapper der Papageien als mich eine mir wohlbekannte Stimme ziemlich unsanft aus meinem Dämmerschlaf riss.

„Hallo, Doc!“, rief mir mein Zebra fröhlich vom Verandaaufgang zu, und ich wusste, es war vorbei mit der Mittagsruhe. Ich setzte mich auf, klingelte nach Tee und Kuchen und stellte den Strapazpegel meines Nervenkostüms auf ZEBRA ein. Das Bra hatte es sich bereits gemütlich gemacht, die Hitze schien es nicht einmal zu ignorieren und es schlug kräftig zu beim Kuchen.

„Wollte Sie nur dran erinnern, dass wir heute die Sonnwendfeier bei mir haben“, erklärte mein C-Bra mampfend und leerte sich Tee in den Schlund. „Meine Freunde kommen und springen über das Feuer im Garten; Sie wissen schon. Sie kommen doch auch?“

Es wartete aber gar keine Antwort ab, sondern plapperte gleich weiter von Party und Abendkleidung und irgendwo hörte ich auch das Wörtchen Voodoo heraus. Vielleicht hatte ich mich aber auch verhört. Es erforderte immer eine gewisse Anlaufphase um dem Zebra geistig zu folgen. Dann sprang es plötzlich auf und mir kam es so vor, als versuchte es, irgendwie hinter mich zu kommen.

„AUA!!!“, schrie ich plötzlich. es hatte mir ein Büschel Haare ausgerissen! „Bist Du wahnsinnig?“ fuhr ich empört das Bra an, doch dieses setzte sich nur höchst zufrieden wieder hin und erklärte mir, meine Haare brauchte es für ein Voodoopüppchen für mich. Ich hatte mich also doch nicht verhört!

„Wirst Du mir sofort meine Haare wieder geben und Dir diesen Unsinn aus dem Kopf schlagen!!!“, sagte ich sehr aufgebracht zu meinem ungebetenen Gast, was dieser jedoch nicht zur Kenntnis nahm.

„Was regen Sie sich denn auf, Doc, Sie glauben doch eh nicht an diesen Unsinn!“, erwiderte mein Bra und fing an, eine Puppe zu basteln.

„Soll Sie doch nur vor bösen Geistern und Hexenschuss beschützen“. Ich traute meinen Augen nicht. Aber in Afrika herrschen eben andere Sitten und so liess ich das Bra gewähren. Als es fertig war, murmelte es noch irgendeinen Hokuspokus, spuckte dreimal über meine Schulter und reichte mir feierlich mein Sonnwendpüppchen, dann brach es endlich auf.

Ich war erschöpft, schlief ein, träumte von Hexen und Schrumpfköpfen und wachte gerädert erst am frühen Abend auf. Es war noch schwüler, Mosquitos surrten, Buschtrommeln riefen schon zur Feier und Nebel stieg über den Ngongbergen auf. Überall in der Ferne sah man kleine Sonnwendfeuer brennen.

Ich stieg in den Landrover und fuhr zur Feier des Bras. Irrlichter begleiteten meinen Weg; am Rückspiegel hatte ich mein Püppchen befestigt. Ich hoffte sehr, dass ich nicht auch übers Feuer springen musste, da war auch schon die Farm des Zebras zu sehen – hell fackelten die Flammen mir entgegen.

Ich parkte mich ein, da zwinkerte mir das Voodoopüppchen zu!. Ich packte es, rannte auf das Sonnwendfeuer zu – warf es hinein und wurde plötzlich von einem gewaltigen Arm über das riesige Feuer hinübergehoben.

Das Zebra war sprachlos, seine Freunde applaudierten. „Hallo Doc“, begrüsste es mich, „ich dachte, Sie wollen nicht springen?“
Tja, das dachte ich eigentlich auch. Dann ging ich zur Bar und genehmigte mir einen doppelten Whisky.

In Afrika ist eben alles möglich, oder?

Wie es weitergeht? Das erfahren Sie demnächst!

Herzlichst und mit lautem Bra-Bra,

Ihr Bela Wolf

Liebeskummer

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Nachdem ich also mit dem Zebra auf dessen Veranda Tee getrunken hatte, dachte ich daran, mit ihm über seine Krankheit zu sprechen. Deswegen war ich ja eigentlich gekommen und ich wusste, es würde nicht leicht werden. Dieses Zebra war eines von der schwierigen Sorte und es überliess es stets mir, herauszufinden woran es eigentlich litt. Es machte zwar einige ominöse Andeutungen hinsichtlich seines ewig schlechten Befindens, konkrete Hinweise liess es sich aber aus der Nase ziehen.

„Wie lange dauert denn nun schon das Kopfweh und gibt es noch andere Probleme?“ fragte ich, eine Zigarette rauchend. Das Zebra rauchte ebenfalls und stiess kleine Rauchkringel durch die linke Nüster. (Irgendwie sahen sogar diese Rauchkringel schwarz-weiss gestreift aus). Es liess sich Zeit mit der Antwort.

„Probleme“ stiess es dann hervor, nicht ohne ausgiebigst geseufzt zu haben. „Probleme anderer Art. Gute Frage, Doc. Wenn die Liebe eine Krankheit ist, bin ich dann krank? Kann ich mich dagegen impfen lassen? Muss ich daran sterben?“.

Ich hatte es ja schon geahnt. Kein Tee beim Bra ohne Schwierigkeiten. Ich kramte in meinen Gehirnwindungen nach einer Antwort.

„Natürlich ist es korrekt, die Liebe als eine Art Krankheit zu bezeichnen. Sozusagen ein akuter Anfall von Herzitis, meist mit chronischen Folgen und Beschwerden aller Art“, sagte ich.

In wen um Gottes Willen hatte sich das Zebra verliebt? Und was konnte ausgerechnet ich dazu raten? In solchen Dingen war ich selbst völlig überfragt. Ich liess mir aber nichts anmerken und das Zebra schwieg. So schwiegen wir eine Zeit lang beide; es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Um Zeit zu gewinnen, fragte ich nach den neuesten Klatsch- und Tratschgeschichten. Auch war mir zu Ohren gekommen, dass das Zebra ein Sommersonnwendfest in seinem schönen Garten plante.

„Schon alles bereit für das grosse Fest?“ fragte ich scheinheilig. Ich wollte nicht über die Liebe sprechen. Jedenfalls nicht sofort.

„Ja, einigermassen ist gewissermassen sozusagen alles vorbereitet, es mangelt aber noch an den verkehrten Kruzifixen. Und Schrumpfköpfe sind heutzutage auch recht schwierig zu bekommen; ich hab übers Internet bestellt. Naja“.

Das Zebra war scheinbar wirklich recht angeschlagen, sonst war sein Redefluss kaum zu ertragen und dieses Schweigen heute Abend verhiess mir nichts Gutes. Ich begann mir ernsthaft Sorgen zu machen. Deshalb, und nur aus diesem Grund und weil ich dieses komische Bra ziemlich gern hatte, liess ich mich auf diese Liebeskummerkrankengeschichte ein.

Ich zückte meinen Rezeptblock und verschrieb meinem Freund Nashornhautgeschabseltropfen, 3xtäglich lauwarm mit Wodka eins zu eins langsam einzunehmen.
Dazu Lavendelräucherstäbchen anzünden und kräftig draufpusten. 1 x morgens aus dem Bett springen und fest rechts hinten aufstampfen. Dabei laut und furchterregend zebern.

Dazu schrieb ich meine Handynummer- für alle Fälle. Das Rezept legte ich auf den Verandatisch, mittlerweile war es schon recht kühl draussen und wir gingen in die Küche.

Das Bra studierte meine Anweisungen, rollte recht trübsinnig mit den Augen und schwieg noch immer! Sichtlich wollte es nicht über seine neue Flamme sprechen. Das war mir nur recht, die Buschtrommeln wurden lauter und kündigten die Nacht an. Ich fühlte mich überfordert und müde. Den Abschiedswodka lehnte ich höflich ab, überliess schlechten Gewissens das Bra seinen Depressionen und machte mich auf den Weg zum Auto. Ich würde zuhause darüber nachdenken.

Wie es weitergeht? Darüber berichte ich Ihnen das nächste Mal!

Herzlichst und mit lautem Gezeber,

Ihr Bela Wolf

 

Wie alles begann…

 

Das Zebra, unseres, sass auf seiner schönen weissen Veranda.
Es trank einen 5-Uhr-Tee und schaukelte friedlich vor sich hin.
Die Sonne ging gerade unter und ein lauer Spätsommerabendwind wehte. Leise zirpten die letzten Grillen. Frühmorgens konnte man schon die Altweiberfäden im Morgentau glitzern sehen. Manchmal blieben die zarten Fäden in des Zebras Mähne hängen.

Das Zebra schlürfte den Tee (mit Milch und ohne Zucker) und ass dazu ein Stück vom Marmorkuchen. Zufrieden nahm es zur Kenntnis, dass die Welt sich drehte. Der Schaukelstuhl knarrte leise sein vor-und-zurück-Lied. Das Zebra wäre eigentlich ganz
sehr-zufrieden gewesen, aber Zebras sind nun mal gesellige Tiere. Gerne hätte es ab und zu seinen Tee in netter Gesellschaft genommen. Gerade an diesem Spätsommerabend hätte es gerne geplaudert oder zu zweit geschwiegen. Weit und breit war aber kein anderes Bra in Sicht. Dieser Umstand entlockte dem Zebra ein klitzekleines Seufzen. Es musste ja gar nicht unbedingt ein anderes Bra sein.

Schon ein Elefant oder ein Nashorn hätte es getan. Nein, Nashörner waren doch zu stumpfsinnig und in der Unterhaltung etwas schwerfällig. Und mit dem Horn stiessen sie oft Milchkännchen oder Keksteller um.

Dann schon lieber Elefanten. Obwohl diese wiederum bei jeder Kleinigkeit beleidigt waren und erst nach mehreren Jahren wieder versöhnlich zu stimmen sind.

Das Zebra schaukelte vor sich hin. Vom Grübeln bekam es schön langsam Kopfschmerzen. So kam es, dass das Zebra zum Telefon griff und bei Daktari anrief.

„Guten Tag“ sagte es in seiner höflichen Art, „ich habe Kopfweh und niemanden, den ich anjammern kann. Könnten Sie mal vorbeischauen? Es ist diese Art von Kopfweh, die eine Art von Notfall ist und dringend einen Arzt verlangt. Und beeilen Sie sich bitte, sonst ist das Kopfweh vielleicht schon weg, wenn Sie da sind und dann wüsste ich weder ein noch aus“.

Natürlich machte ich mich gleich auf den Weg. Ich kannte das Zebra schon seit langen Jahren und ich kannte mich auch einigermassen mit Zebras aus. Sie sind sehr sensibel wenn es um Schmerzen geht, besonders solche, die sie alleinegelassen ertragen müssen. Vor allen Dingen aber sind sie völlig entscheidungsunfähig in allen Belangen und man muss schon froh sein, dass sie sich entschieden haben, einen anzurufen.
Deshalb sind sie auch schwarz-weiss gestreift, weil sie sich nämlich weder für schwarz noch für weiss entscheiden können.

Ich setzte mich in meinen Land-Rover und fuhr gleich los. Als ich ankam, sass das Bra noch immer in seinem Schaukelstuhl auf der Veranda. Mittlerweile war es finster geworden und eine Bambusfackel flackerte in der Finsternis um mir den Weg zu zeigen. In der Ferne hörte man die Buschtrommeln singen. Das Bra schaute mich klagend an. „Etwas früher hätten Sie nicht kommen können? Nun ist der Tee schon kalt“.

„Ich bitte vielmals um Entschuldigung“, sagte ich friedvoll, denn niemals stritt ich mit kranken Zebras. Leicht könnten sie die Beherrschung verlieren in so einem Zustand. Ich setzte mich. Das Zebra rührte vorwurfsvoll in seiner Teetasse.

Was danach geschah? Das erfahren Sie das nächste Mal!

Herzlichst, Ihr Bela Wolf

Bettgeflüster

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Das ist die Geschichte von einem Bett und einem Hund. Der Hund, mein Hund, spielt dabei nur eine winzige Nebenrolle, denn zur Zeit der Geschichte dieses alten Bettes war er noch gar nicht auf der Welt, aber was macht das schon. Er ist mein Lieblingshund und deshalb spielt er in jeder Geschichte meines Lebens mit.

Ich hatte mal, in besseren Zeiten, von einer großen Liebe ein großes, neues romantisches Bett geschenkt bekommen. Das Bett bekam ich, weil es eine Aufforderung zum Einzug in eine Lebensgemeinschaft war, die ich damals gar nicht wollte. Die Liebe reichte mir schon, ich bin etwas befangen, wenn es zu eng wird.
Liebe: Ja, Einzug und Ehe: Nein.

Darum liebe ich auch die Nordischen Hunde so: Sie verstehen es, Distanz zu halten. Kein Kleben, kein Anspringen! Man ist da und es ist gut so, ohne sich andauernd zu bekletten und intensiv zu bekörpern. Man ist sich sicher, muss es aber nicht unentwegt beweisen. Durch einen Einzug zum Beispiel. Oder ein gemeinsames Bett. Gemeinsame Betten waren mein Ding noch nie.

Das Bett stand also neu und wunderbar groß (es war ein Himmelbett mit Vorhängen, Stangen und allem drum und dran, was romantisch ist) lange Jahre jungfräulich in einer fertigen Dachwohnung herum, in die ich niemals einzog.

Bei der Trennung nahm ich es mit, besser gesagt, ich ließ es von der Spedition abholen und nahm auch die Handtücher und eine Kommode mit. Im Nachhinein tut es mir sehr leid, dass ich die Handtücher mitgenommen habe, aber so war es eben. Es waren türkise, meerfarbene große Badtücher und ich dachte, wenn ich schon einen Schlussstrich ziehe, dann gründlich. Mein Schlafzimmer war leer und ich war weg, mit Bett und Handtüchern und hinterließ ein Schlachtfeld, auch das tut mir leid, aber auch das war eben so.

Das Himmelbett stand dann in meinem neuen Haus, ohne Himmel, denn mein Schlafzimmer unter dem neuen Dach war zwar riesig, aber schief und tief und irgendwie sah ein Himmelbett dort weder besonders sexy noch besonders passend aus. Unter dem romantischen Himmel drohte man zu ersticken, ich schmiss die weißen Fetzen weg. Und montierte die Himmelsstangen ab, um sie für irgendwann im Keller zu verwahren.

Als ich dort auszog, nahm ich Bett und Stangen mit und stellte sie erneut auf. Das neue Schlafzimmer im neuen Haus (ja, ich bin ein Vagabund, wenn Sie so wollen) war sehr klein, also sägte mir jemand, dessen Namen ich zum Glück schon vergessen habe, die himmlischen Metallfüsse ab. (Er nahm dafür 5 Euro)

Ich hing an dem Bett, es war ein Boxspringbett von sehr guter Qualität, eine, die man heute nirgends mehr findet. (Gauben Sie mir, ich spreche aus Erfahrung!) Das Bett quietschte nicht und ich schlief darauf wie ein Neugeborenes, ohne Rückenschmerzen und ohne Matratzengeräusche.
Nichts ist schlimmer als ein Bett, das zu hart oder zu weich ist und laute oder leise Geräusche von sich gibt, wenn man sich darauf bewegt. Und logischerweise bewegt man sich darauf, außer man ist unglücklicherweise tot.

Ich teilte dieses Bett mit den Hunden und den Liebsten meines Lebens, es hielt alles aus, auch die vielen Freuden des Lebens, wenn Sie verstehen, was ich meine.
In Zeiten der Trennung von den aktuellen Liebsten des Lebens murrte und klagte es nie, es stand stumm und fest da, wie ein Fels in der Brandung. Ein gutes Bett. Mit 1,80m Breite das perfekte Bett für alles, was man so in Betten tut: Essen, Lesen, Fernsehen, nasse Hunde vor dem bösen Donner beschützen und trockene mit Butterbroten füttern, damit man die Wurst selbst essen kann. Das Bett erlebte mit mir Höhen und Tiefen, Krankheit und Freude, Liebe und Schmerz.
Es war wie ein Gefährte, ein sicherer Hafen, wenn die Welt draußen zu versinken drohte.

Dann zog ich weiter, in ein neues Haus. Das Bett schenkte ich einem guten Freund, einem von dem ich dachte, er würde es in Ehren halten.
Ich dachte, es wäre Zeit für große Veränderungen. Ein Fehler, ein riesengroßer Fehler!

Ich kaufte mir im neuen Haus ein neues Bett und eine neue Matratze. Sehr schön. Aber zu klein für mich und den neuen Hund. Zu hoch außerdem, der Hund konnte nicht problemlos einsteigen und ich kann hohe Betten eigentlich nicht ausstehen, sie erinnern mich an Spitäler und Seniorenheime. Die Matratze: Kaltschaum, weich, aber Rückenschmerzen ohne Ende, ersetze ich nach einer Woche durch eine neue Federkernmatratze, dann war das Bett zwar etwas besser zu ertragen, aber immer noch zu klein und zu hoch.

Es ergab sich, dass ich den alten Freund wiedertraf und er mir anbot, das alte Bett zurückzutauschen, gegen mein teures, neues. Mein Herz jubelte. Mein altes geliebtes Bett! Ich bekam es zurück!
Ich dachte an all die schönen Stunden. Und freute mich. Dann kam er mit dem alten Bett an und wir luden bei 40 Grad in schweißtreibender Glut die Betten aus dem Haus in den Anhänger und viceversa.

Da war es wieder.

Und es stank.

Es war, glauben Sie mir, ich habe so etwas noch nie gesehen und gerochen, ein sprichwörtlicher aus dem Gulli gezogener Albtraum.

Keine Ahnung, was mit dem Bett auswärts geschah, jedenfalls wollte ich keine Nacht auf dieser Mülldeponie verbringen, und das neue Alte war schon weg.
Ich zerlegte wutschnaubend das stinkende alte Monster und brachte seine sperrigen Einzelteile auf die nahe Deponie. Dabei brach ich mir den Finger.
Was blieb, war das Himmelbettgestell. Das mit den abgeschnittenen Beinen (5 Euro!), für das ich nun eine neue Matratze suchte. Und ich fand eine im Schwedenhaus. Brachte Husvika heim und legte sie auf den klapprigen Lattenrost. Husvika! Was zur Hölle denkt sich Ikea dabei!

Das Bett quietschte.
Ich tauschte sie gegen Hamarvik.

Das Bett quietschte noch lauter.

Der Hund schaute vorwurfsvoll, wenn ich seine Nachtruhe störte.

Quietsch! Umdrehen. Quietsch! Licht aus. Quietsch, quietsch, die ganze Nacht, bei jedem Atemzug.
Ich warf das Bettgestell auf die Deponie und kaufte ein Holzbett bei Ikea. Es war zu tief. Dann kaufte ich ein Metallbett.

Es quietschte.

Ich könnte die Geschichte jetzt ausschmücken mit einem weiteren weißen Bettgestell von Ikea, das ich nicht zusammenbauen konnte und das zudem kaputt war. Es wurde wieder abgeholt, dank der Dame des Hauses, die manchmal Wunder vollbringt, wenn ich schon Feuer spucke.

Eine Zeit lang lag ich daher nur auf Hamarvik herum, dem Hund gefiel das, mir nicht. Dann beschloss der Hund, nur noch im Wohnzimmer zu schlafen. Ich zog mit Hamarvik nach, seither hausen wir im unteren Stockwerk des Hauses wie die Zigeuner.

Ein ausziehbares Federkernsofa wäre da doch passend, dachte ich, und kaufte neulich zwei davon, eines für oben (zum Fernsehen) und eines für unten (zum beim Hund schlafen). Nach sechs Wochen kamen die Sofas. Nicht nur, dass sie hässlich waren, stanken sie auch wie die Pest und die Dame des Hauses bekam einen bösen Ausschlag, ich keine Luft und der Hund röchelte und noss. Draußen Dauerregen und eiskalt, lüften Selbstmord. Wir wurden alle ziemlich krank.

Einmal lag ich oben Probe (mit Atemschutzmaske) und raten Sie mal: Das neue Sofa quietschte.

Das im Wohnzimmer war dafür steinhart.
Die Dame des Hauses ließ beide am nächsten Tag abholen, was an ein Wunder grenzte.
Ich verlor dabei eine Wette, wie immer.
Und da die Herren bei der Zustellung Hamarvik mitgenommen hatten, war ich nun gänzlich Betten- und Matratzenlos. (Nicht Atemlos! Das nie!)

Daher lief ich zum nächsten Möbelix und kaufte ein selbstaufblasbares Gästebett, so eins mit Motor.
Die wahnsinnig nette Verkäuferin hatte Mitleid als sie Teile der Geschichte hörte und blies es noch vor Ort und vor den erstaunten Gesichtern der Passanten auf. Es stank nicht, es quietschte nicht.

Die erste Nacht darauf war wie ein Gottesbeweis. Weich, rückenfreundlich, geräuschlos und komfortabel schwebte ich wie auf einem Wasserbett dahin. Ein 50 Euro Wunder! Am nächsten Tag kaufte ich ein zweites Wunder für oben.

Der Hund weigerte sich, darauf zu steigen, es schwankte ihm zu viel. Jeden dritten Tag muss man etwas Luft nachfüllen, was nicht viel Spaß macht und der Arsch friert einem darauf ein, wenn man nicht Felle darunter bettet.

Nun habe ich ein Rattanbett bestellt, es wird in zwei Wochen zugestellt. Eine Matratze ist nicht dabei. Zur Not, falls mal eine Überschwemmung droht, können wir aber ab sofort auf die selbstaufblasenden Betten-Luftschiffe (1,60 breit) zurückgreifen und damit jederzeit sicher an irgendein Ufer reisen.

Ich denke, dass mein Hund nicht in seine neue Hundehütte gehen will, hat mit mir zu tun. Meine Neurosen übertragen sich auf ihn, das ist eindeutig. Wir hatten es nicht immer leicht, vielleicht wurden wir deshalb was wir sind: Vagabunden.

Und die Moral von der Geschicht‘: Wechsle deine Matratze niemals nicht.
Herzlichst,

Ihr Bela

10 Dinge, die Sie tun sollten, bevor Sie einen Hund adoptieren…

bela2Sie tragen sich mit dem Gedanken einen Hund aus dem Tierschutz zu adoptieren, hatten aber noch nie einen Vierbeiner?
Dann lesen Sie bitte in Ruhe diese Worte durch und setzen sie tunlichst auch um. Denn erst, wenn Sie diesen Test bestanden haben, sind Sie bereit sich nach Ihrem neuen besten Freund umsehen.

Hunde machen jede Menge Freude, aber auch einen Berg Arbeit. Diese Arbeit wird sehr oft unterschätzt. Hunde machen genauso viel Arbeit wie kleine Kinder, da ist gar kein großer Unterschied! Außer, dass die Kinder irgendwann größer werden und ausziehen und der Hund solange er lebt auf Kleine-Kinder-machen-viel-Arbeit-Niveau stehen bleibt. Und zwar jeden Tag. Und auch jede Nacht.

Wenn Sie „Kommissar Rex“ geschaut haben und nun den brennenden Wunsch verspüren, einen Rex zu sich nach Hause zu holen, dann darf ich Ihnen versichern: Sie werden enttäuscht sein. Ein Second Hand Hund aus dem Tierheim wird alles Mögliche für Sie sein, sobald er einzieht: Fitnesstrainer, Bodyguard, Mülltrenner oder sogar Gartendekorateur, eines wird er aber mit ziemlicher Sicherheit nicht sein: Der, den Sie im Fernsehen gesehen haben.
Wie Sie sich gründlich darauf vorbereiten können auf das, was möglicherweise auf Sie zukommt, erfahren Sie nun.
Führen Sie ein Jahr lang die nachfolgenden Übungen 1-10 konsequent durch. Krankheit oder schlechte Laune sind keine Ausrede, keine Zeit lasse ich nicht gelten!

1, Gehen Sie bei jedem Wetter aus dem Haus und latschen Sie dabei dreimal täglich eine halbe Stunde bis Stunde planlos in der Gegend herum. Gehen Sie davon aus, dass Ihr neuer Hund schlimmstenfalls keine anderen Hunde mag. Manche Hunde mögen keine Hündinnen, manche keine Rüden. Üben Sie daher bei jedem Spaziergang eine Situation, die mit Sicherheit auf Sie zukommen wird, nämlich alle Leute, die Ihnen mit Hund entgegenkommen, schon von der Ferne zu orten und Ihnen von weiter weg die Frage zuzurufen, welches Geschlecht ihr Hund hat.

Scheuen Sie sich nicht, ausgiebig Kontakt zu anderen Hundehaltern zu suchen!
Bei jeder zweiten Begegnung mit einem fremden Hund üben Sie die Situation, dass Ihr neuer Hund weder Rüden noch Hündinnen mag, gleich mit. Das kommt öfter vor als Sie denken. In dem Fall ersuchen Sie die anderen, fremden Hundehalter höflich, Ihnen doch bitte in großem Bogen auszuweichen und ihren Hund anzuleinen. Sie werden draufkommen, dass allein diese alltägliche Situation alles andere als eine Quelle der Entspannung und der Inspiration ist (außer Sie möchten darüber Bücher schreiben wie ich!) und ganz nebenbei werden Sie auch noch mit menschlichen Abgründen konfrontiert, die Sie nie zuvor gesehen, gehört oder auch nur geahnt hätten!
(Sollte zufällig eine Katze Ihren Weg kreuzen, rennen Sie so schnell wie möglich hinter ihr her.)

2, Bei Ihren täglichen Übungsspaziergängen ersuchen Sie alle Hundehalter mit freilaufendem Hund ihren Hund sofort!!! anzuleinen. Sie werden sehen, Punkt 1 ist in Sachen Wortschatzerweiterung unschlagbar. Sie werden ab sofort ein Schimpfwörtervokabular Ihr Eigen nennen, das Edmund Sackbauer erblassen lässt. Wenn die von Ihnen aufgeforderten fremden Hundehalter dennoch mit ihren unangeleinten Hunden direkt auf Sie zusteuern, bleiben Sie kurz stehen und stellen sich vor, was in diesem Fall geschehen könnte, wenn Ihr zukünftiger neuer Hund dabei wäre, der andere Hunde leider nicht leiden kann.

Es würde sehr laut werden und es könnte Blut fließen. (Ihres, das Ihres Hundes und/oder auch fremdes…) Es wird auf jeden Fall immer aufregend sein, sobald Sie mit Ihrem Hund das Haus verlassen und das wird bestenfalls zehn bis vierzehn Jahre lang so weitergehen. Tag für Tag. Nacht für Nacht.

Vielleicht mag oder kann Ihr Neuer nicht alleine bleiben, spielen Sie das Szenario daher ebenfalls gründlich durch. Ein Jahr lang gilt nun für Sie: Wann auch immer Sie aus dem Haus gehen möchten (Einkaufen, Arztbesuch, Müll raustragen…) , planen Sie das vorher mit einem guten Freund, der Hunde mag, einer Hundesitterin oder einem Familienmitglied in den Tag ein. Diese Person kommt ab sofort zu Ihnen bevor Sie das Haus wofür auch immer verlassen können und wartet, bis Sie wieder zurück sind. (Tipp: Buchen Sie vorher rechtzeitig einen Psychologen und einen Yoga Kurs!)

Bevor ich es vergesse: Machen Sie täglich Lärm, um eventuelle Nachbarn auf Geheul oder Gebell vorzubereiten falls Sie mal keinen Hundesitter finden. Streichen Sie Urlaube, Kinobesuche, spontane Ausflüge und alle anderen Veranstaltungen aus Ihrem Leben.
Ihr neuer Hund könnte ein Entweichungskünstler sein oder Angst vor Feuerwerk haben und spätestens dann entweichen wollen, üben Sie auch das. Stellen Sie dazu einen Wecker auf irgendeine Uhrzeit, bei der Sie blitzartig alles liegen und fallen lassen müssen um so, wie Sie gerade sind (nasse Haare, nackte Füße, Bademantel, keine Kontaktlinsen etc.), aus dem Haus zu rennen und hinter einem beliebigen, sehr schnell vorbeifahrenden Auto herzulaufen und gleichzeitig laut einen Namen zu brüllen und zwar so lange, bis Sie das Auto mit der Hand berührt haben.

3, Schöne hohe Schuhe, gepflegte Kleidung und teure Handtäschchen können Sie getrost im Schrank verräumen, wegwerfen oder verschenken, denn sobald Ihr neuer Freund bei Ihnen einzieht, werden Sie täglich voller Hundehaare, Hundespucke, Hundesabber, Schnee, Salz, Futterkrümel, Erde oder Kot sein. Ihre Lieblingskleidungsfarbe wird immer die Farbe Ihres Hundes sein, denn da sieht man Hundehaare am wenigsten. Daher sollten Sie sich für ein einfärbiges Tier entscheiden, da zwei oder drei Farben von Hundehaaren weitaus schwieriger in der Farbauswahl von Hose, Mantel oder Rock zu managen sind.

Zu Übungszwecken gehen Sie in ein Frisörgeschäft und vereinbaren dort die wöchentliche Übernahme abgeschnittener Haare, welche Sie in einem Karton mitnehmen. Zuhause verteilen Sie täglich ein oder zwei Hände voll dieser Haare überall im Haus, zwanglos auf allen Teppichen, unter Schränken, im Bett, auf Ihrem Gewand und in Ihren Handtüchern. (Empfehlenswert ist die vorherige Anschaffung eines Industriestaubsaugers.)

Ihr Hund wird zweimal jährlich zusätzlich stärker als sonst Haare verlieren, außer Sie entscheiden sich für einen Schlittenhund. Schlittenhunde haaren ganzjährig, 365 Tage im Jahr immer gleich stark, tägliche gefühlte zwei Kilo. Allerdings müffeln sie dafür nicht nach Hund, was aber andere Hunde dazu animiert, sie als wilde Wölfe wahrzunehmen und Sie und Ihren Hund in äußerst unangenehme Hundediskussionen zu verwickeln, die meistens zu Ungunsten des Nicht-Schlittenhundes ausgehen, außer Sie treffen auf Pitbull, Kangal und Co, wo es unentschieden endet. Schließen Sie daher als Ersthundehalter alle Hunde mit Schlittenhundanteil von vornherein aus Ihrem Adoptionsschema aus. Glauben Sie mir, ich bin einer, der es wissen muss. Ich hatte einen Akita und habe aktuell eine Malamute-Husky-Schäferhund Mischling. (Salopp bedeutet das: Ich entscheide, ich gehe wohin ich will und ich verteidige dich gegen alles und jeden, aber kompakt in einem Tier vereint)

Warum Sie es besser lassen sollten, einen Höllenhund zu adoptieren, wenn Sie nicht Punkt 1-10 geschafft haben, lesen Sie hier nach. Erkundigen Sie sich rechtzeitig nach einer guten Rechtsschutzversicherung.

4, Als Nichthundehalter fahren Sie vielleicht ein gepflegtes Auto. Gehen Sie daher zu Ihrem Auto, verabschieden Sie sich in Würde oder machen Sie ein Abschiedsfoto. Dann nehmen Sie einen Kübel mit Erde und Wasser (falls vorhanden, geht auch dreckiger brauner Schneematsch vom Straßenrand) und verteilen Sie die Flüssigkeit mit der flachen Hand zügig über Autositze und Fensterscheiben. Nur zu, seien Sie nicht zu sparsam! Anschließend streuen Sie ein paar Haare darüber und fahren mit einem Eisenkamm, Rechen oder was Sie gerade an spitzen Gegenständen bei der Hand haben intensiv an der Polsterung und den Plastikverblendungen unter den Fenstern auf und ab. Zuletzt werfen Sie sich mit voller Kraft von innen gegen die Türen und die Fensterscheiben.

Hoppla, fast haben wir da was vergessen! Hier fehlt noch der Geruchstest! Dazu verwenden Sie Bergkäse, den Sie irgendwo im Auto deponieren und dort über Wochen liegen lassen. Um dieses Szenario zu beseitigen putzen Sie Ihr geliebtes Auto. Wiederholen Sie die Übung ein paar Wochen lang und Sie werden sehen, irgendwann hören Sie auf zu putzen und werfen einfach eine Decke über alles. Das stärkt das Ego! Ein teures Auto ist ohnehin nur ein Statussymbol, das keiner braucht. Tauschen Sie Ihres also rechtzeitig gegen einen alten SUV ein, dem solche Kleinigkeiten nichts ausmachen.

5. Sie lieben Teppichböden? Sie denken, die paar Hundehaare von Übung 3 kriegen Sie schon in den Griff? Sie haben die Rechnung ohne den Magen gemacht. Sie wissen es vielleicht nicht, aber ausnahmslos alle Hunde ziehen es vor, sich auf teuren Teppichen zu übergeben. (Hunde übergeben sich auch gerne auf frisch bezogenen Betten und neuen Sofas, aber das ist schon ein Thema für Fortgeschrittene.) Frisst ein Hund Gras, weil ihm übel ist, er zu viel Salzsäure im Magen hat, das Wetter wechselt oder aus uns völlig unbekannten Gründen, übergibt er sich eben. Gerne auch vor Publikum!

Das üben Sie nun, indem Sie ein paar Büschel Grashalme ausreißen, diese in einen Topf mit Wasser geben und satt Currypulver drüberstreuen. Gut umrühren. Kurz aufkochen lassen und dann die Hälfte davon rasch auf den besten weißen Hochflauschflor-Teppich im Haus leeren! Drei bis fünf Minuten abwarten, dann den Rest aufs Sofa schütten. Diese Übung wiederholen Sie mindestens einmal im Monat.
Bitte beachten Sie, dass Sie beim Putzen keine scharfen, ätzenden oder stark reizenden Putzmittel verwenden dürfen. Diese schädigen die Hundenase.

6. Diese Übung ist relativ lustig, da Sie im Sommer in jedem Raum mit Wasser gefüllte Schüsseln aufstellen dürfen, die Sie täglich mehrmals auswaschen und das Wasser wechseln. (Im Winter ist sie weniger lustig, da Sie sicher irgendwann nachts unausweichlich in eine dieser Schüsseln tappen werden und/oder das Wasser sich auf ihre Füße und/oder den ganzen Boden ergießt.) Ihr Hund trinkt mit der Zunge, also schütten Sie beim Hinstellen und Wechseln immer ordentlich Wasser auf Ihren Parkettboden und plantschen Sie dabei munter in den vollen Schüsseln herum. Spritzen Sie das Wasser unbekümmert auf Wände und Einrichtungsgegenstände, denn der Hund macht das ja auch.

Im Winter ziehen Sie NIEMALS Ihre dreckigen Stiefel aus, sondern trampeln Sie damit direkt nach dem Nachhause kommen überall im Haus herum. Springen Sie dabei ruhig unbekümmert aufs Sofa, ins Bett oder auf den Küchentisch! Nur Mut! Sie schaffen das! Verbrauchen Sie dabei alle Handtücher, Geschirrtücher und Küchenrollenvorräte. Übung macht den Meister. Wenn Sie damit fertig sind, leeren Sie den vollen Müllbeutel in einen Wohnraum Ihrer Wahl. Räumen Sie alles wieder weg. Schlimm? In Wirklichkeit ist es noch viel schlimmer. Ihr Hund wird Essbares und Nicht-Essbares aus dem Müllbeutel auffressen und übergibt sich dann auf den Teppich. (siehe Punkt 5)

7, Apropos Essen: Hunde leben nicht nur von der Liebe, sie essen auch gerne. Meistens essen sie nur das, was ihnen schmeckt, aber nicht bekommt. (Hunde würden Wurstsemmeln kaufen.) Kaufen Sie daher zu Übungszwecken ein paar tote Hühner und nehmen Sie diese aus. Kochen Sie täglich rohes Fleisch und Kutteln, um sich an den Geruch und die Arbeit zu gewöhnen.

8, Auch Hunde werden krank und Tierärzte sind nicht billig. Legen Sie daher mindestens zweihundert bis dreihundert Euro pro Monat für mögliche Tierarztkosten und mindestens hundert bis zweihundert Euro für Futter, Spielzeug, schicke Leinen und Naschereien beiseite.

Ihre Übung besteht nun darin, den Wecker auf drei Uhr morgens zu stellen, beim Läuten sofort aus dem Bett zu springen und so wie Sie sind aus dem Haus in den Garten zu rennen. Wo Sie dann mindestens zehn Minuten lang stehen bleiben, laut einen beliebigen Namen schreien und warten. Dann trampeln Sie mit ihren dreckigen Füssen auf allen Böden herum und stellen den Wecker auf zehn Minuten später. Diese Übung ist einmal pro Monat bis zum Morgengrauen zu wiederholen. Durchfall oder Blasenentzündung kann auch beim Vierbeiner hartnäckig sein!

9, Sollten Sie sich einen großen bis sehr großen Hund wünschen und keine Ahnung von Hunden haben, ist folgende Übung geradezu essentiell: Kaufen Sie einen fünfzig Kilo schweren Zementsack im Baumarkt und stecken Sie ihn in einen Kissenbezug. Anschließend heben Sie den bezogenen Sack täglich mehrmals ins Auto und wieder heraus. Vielleicht hat Ihr Hund keine Lust oder kann nicht hoch springen, dann müssen Sie ihn aus dem Auto heben. Manchmal hat er auch keinen Bock auf der Straße weiterzugehen.

Das üben Sie am besten auf einer Hundewiese, die möglichst gut besucht ist. Stellen Sie sich mit Ihrem Zementsack mittig auf der Wiese auf, binden Sie einen Strick um den Sack und ziehen Sie den Sack bis zum Auto zurück, während Sie laut „Jetzt komm endlich! Wir gehend da lang!“ rufen. Wenn Sie verschwitzt zuhause angekommen sind, gehen Sie sofort online und in eine Hundegruppe, wo Sie Ihr Problem schildern und dabei auch Worte wie Dominanz, Millan, Vegan, Alphawolf, Barfen oder Impfen einstreuen. (Tipp: Richten Sie vorher ausreichend Chips und Bier her!)

10. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: Hundekacke muss auf der Straße (und auch im eigenen Garten) entsorgt werden, dazu schuf die Stadt Wien als Anreiz Plastiksackerlautomaten für Hundeexkremente mit wunderbar unlustigen Sprüchen drauf wie „Nimm ein Sackerl für mein Gackerl!“ und als Strafe 80 Euro, falls Sie doch keines nehmen möchten.

Ihre letzte Übung besteht nun darin, dreimal täglich ein öffentliches WC aufzusuchen, (Zuhause geht natürlich auch, nur wer hat schon so einen frequenten Stuhlgang), dort die Kacke fremder Leute mit einer Hand, die in besagtem Plastiksackerl fürs Gackerl steckt, abzukratzen und mit sich herumzutragen, und zwar so lange, bis Sie einen Mülleimer finden. Alternativ klauben Sie einfach Würstel und Haufen fremder Hunde in Parkanlagen auf und tragen Sie durch die Gegend. Ja, auch im Hochsommer!

Haben Sie ein Jahr lang alle zehn Dinge problemlos gemeistert, sind Sie eventuell darauf vorbereitet, wie Ihr neues Leben aussehen wird.
Wollen Sie das wirklich? Ganz sicher? Sind Sie immer noch fest entschlossen, einem fremden Hund ein neues Zuhause zu geben und Ihr eigenes Leben völlig auf den Kopf zu stellen? Auf viele Dinge zu verzichten, oft zurückzustecken, Zeit und Geld zu investieren, Freunde zu verlieren?

Da wäre noch eine Kleinigkeit, die ich Ihnen dringend sagen muss! Ich konnte Sie zwar darauf vorbereiten, was passiert, wenn der neue Freund einzieht.
Nicht vorbereiten kann ich Sie aber auf diese Lawine der bedingungslosen Liebe, die Sie überrollen wird, wenn Ihr Hund Sie ins Herz geschlossen hat. Und das war dann Punkt 1-10 wert.

Herzlichst, Ihr Bela Wolf

Eine kleine Geschichte über Schutzengelhunde und das Leben nach dem Tod…

Das Haus so still und leer und im Herzen ein riesiges Loch: Der geliebte Hund ist nicht mehr da, er ist verstorben.
Diese kleine Geschichte über Schutzengelhunde und das Leben hinter dem Horizont wurde zur Trauerbegleitung nach dem Verlust eines geliebten Hundes geschrieben.
Die Lektüre will als eine Art Trauertagebuch ein klein wenig zur Trauerarbeit beitragen. Denn hinterm Horizont geht’s weiter! Herzlichst, Ihr Bela Wolf

Auf Amazon gratis Probelesen…

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Hunde würden Wurstsemmeln kaufen

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Der Weg zur Gesundheit führt bekanntlich durch die Küche, nicht durch die Apotheke.
Wenig verwunderlich, dass unsere Hunde heute alle an Allergien, Atopien, chronischem Juckreiz, unerklärlichem Durchfall oder Ekzemen leiden.
Sie werden einfach falsch gefüttert!

Hundehalter haben meistens keine Ahnung, was ihre Vierbeiner fressen sollten um gesund und munter zu bleiben und möglichst alt zu werden.

Sie gehen in eine der vielen Mampfnapf-Filialen, lassen sich dort von einer Verkäuferin einen Bären aufbinden und kaufen letztendlich Fertigfutter ein. (Sie kaufen leider auch Nasenhaltis, Kettenhalsbänder und Bücher über Millan, aber das ist wieder eine andere, mindestens genauso schlimme Geschichte…).

Schlimm genug ist die von den giftigen Kauknochen, dem krankmachenden Trockenfutter und den Hundefutterdosen ohne Nährwert aber auch so. Noch schlimmer ist es, wenn Hunde gebarft werden. Knochen verursachen tödlichen Darmverschluss, giftige Kräuter schädigen Leber und Nieren und Nüsse können sogar Epilepsie auslösen.

Hätten Sie das gewusst?

Was aber frisst nun der Hund?

Alles über die richtige Ernährung Ihres Vierbeiners, warum man den Darm nicht entgiften kann und wie Kacken geht erfahren Sie in meinem neuen Buch, welches ich Ihnen nun mit großer Freude vorstellen darf. Viele Hunde vor Krankheit und Tod durch falsches Hundefutter zu bewahren war das Ziel dieser hoffentlich spannenden und lehrreichen Lektüre.

Ihnen alles Liebe und viel Spaß beim Lesen wünscht herzlichst Ihr
Bela Wolf

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„Zen oder die Kunst, einen Höllenhund zu zähmen“: Das neue Buch von Dr. Bela Wolf ist da!

Coverbild Zen

Sie haben einen schwierigen Hund, einen, der bei jeder Gelegenheit wütend in die Leine springt, der in Angst und Panik verfällt, sobald Sie mit ihm das Haus verlassen, der andere Hunde zum Fressen gerne hat und der sich möglichst kraftvoll in jedes fahrende oder stehende Auto verbeißen möchte, sobald es seinen Weg kreuzt?

Einen, der Besuche im eigenen Haus unmöglich macht, der niemals mit Leckerli bestechlich oder ablenkbar ist und der jeden wachsenden Grashalm zu seinem ganz persönlichen Feind erklärt?

Einen Höllenhund also, den Sie manchmal am liebsten zum Mond schießen möchten?
Dann haben Sie genau das richtige Buch gefunden.
Eines, das Ihnen weiterhelfen kann.

Es handelt sich bei meinem neuen Buch um keinen Ratgeber. Sie bekommen keine Tipps, keine Erziehungsmethoden und auch keine Anleitungen, denn jeder Hund ist eine eigene Persönlichkeit, hat seine eigene Geschichte und seine speziellen Macken.

Wie aber kann Ihnen dann dieses Buch helfen, werden Sie sich nun fragen.

Ich durchschritt mit meinem Höllenhund ein Jammertal. Ich kenne jede winkelige Einbahnstraße, jeden Rückschritt, jedes erfundene Argument jeden Trainers, Heilers, Mediators und Flüsterers. Wir hatten das alles durch und fast hätte ich das Handtuch geworfen.

Dann aber entdeckte ich die einzige Antwort auf die Frage, wie man einen diabolischen Höllenhund zähmen kann. Die Antwort ist naheliegend, kostenlos und kinderleicht- aber nur, wenn man auch die richtige Frage stellt!

Jeder kann das Wunder vollbringen!

Und es grenzt oft an ein Wunder, wenn plötzlich aus einem tobenden Tier, das ängstlich, aggressiv und verzweifelt durchs Leben spaziert, ein handzahmer kleiner Schatz wird, ganz ohne Gewalt, ganz ohne Bestechung oder Belohnung, ganz ohne Training und ganz ohne Flüsterei.

Wie das geht? Lesen Sie selbst!

Alles Liebe, Dr. Bela Wolf, der mit dem Höllenhund

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Probelesen beim Verlag

 

„Zen oder die Kunst, einen Höllenhund zu zähmen“: Das neue Buch von Tierarzt Bela Wolf ist demnächst erhältlich!

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Ich darf Ihnen heute mit großer Freude  mein Ende Mai im Buchhandel erscheinendes Buch vorstellen.

Was steht in diesem Buch?

Nennen wir es vielleicht einen Ratgeber dafür, wie Sie Ratgeber am besten vermeiden. Es ist ein Buch gegen Flüstertipps, ausschließlich geschrieben für Hundeliebhaber mit Herz und Empathie.

Das Buch soll ein wenig Erleuchtung bringen in den tristen Alltag der unzähligen fanatischen Hundegruppenanhänger, der dubiosen Erziehungstipps, der blinden Fanatiker und der Menschen, die sogenannte „schwierige“ oder nicht allltagstaugliche Hunde zum Freund haben.

Es soll zum Entschleunigen anspornen, zum Nachdenken anregen und auch zum Bessermachen. Es soll Hunden genau wie ihren Menschen helfen, glücklich zu sein und die aktuelle Lebenssituation zu akzeptieren, ganz egal wie problematisch sie auch im Moment erscheinen mag.

Es soll helfen, an das Gute im Hund zu glauben, auf seine Liebe und Klugheit zu vertrauen sowie Hundehaltung auf das menschliche Bauchgefühl und auf Intuition aufzubauen, nicht auf Training und Befehle.

Was steht nicht in diesem Buch?

Sie finden darin keine Abrichtemethoden, keine dubiosen Heilertipps und auch keine Ratschläge zum Erlernen von Kommandos. Es ist ganz sicher kein Buch für Anhänger brutaler Erziehungsmethoden.

Es ist die wahre Geschichte von einem schwierigen Hund, der zum richtigen Zeitpunkt beim falschen Menschen landete. Um diesen Menschen zum richtigen zu machen, sein Leben nachhaltig zu erschweren, unendlich zu erleichtern, völlig umzukrempeln und letztendlich zum Guten zu wenden.

Wobei auch augenzwinkernd die Sternzeichen mit eine Rolle spielten…
Aber lesen Sie in Kürze selbst, wenn Sie mögen!

Bis bald, herzlichst

Bela Wolf

Tierarzt, Journalist und Autor